Wirtschaft für die 99%

Wirtschaft für die 99 %

Wir wollen eine Wirtschaft für Menschen statt für Profite. Lohn und Rente müssen für ein gutes Leben reichen, die Lohnarbeitszeit muss gesenkt werden und die Demokratie soll auf den Arbeitsplatz ausgeweitet werden. Die krass ungleiche Verteilung des Wohlstands muss auch im Baselbiet korrigiert werden. Hin zu einer bedürfnisorientierten Wirtschaft für die 99%!

Unsere Forderungen im Detail

Wirtschaft für die 99%

Im Kanton Baselland sind die wirtschaftlichen Bedingungen weitgehend auf die Bedürfnisse der Vermögenden ausgelegt. Die neuste Vermögenssteuerreform verteilt Millionen-Steuergeschenke an die Reichsten, während die Sozialhilfe bis aufs Letzte herunter gekürzt wird und die kantonalen Beiträge an die Prämienverbilligungen verschwindend klein sind.

Die JUSO Baselland setzt sich dafür ein, dass nicht der Profit, sondern der Mensch in den Mittelpunkt gestellt wird. Das bedeutet einerseits, dass der Lohn einer 100%-Stelle in jedem Fall zum Leben reichen muss, die bezahlte Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn gesenkt werden soll und andererseits, dass Care-Arbeit die notwendige finanzielle Wertschätzung erhalten muss.

Die Machtverhältnisse in der Wirtschaft müssen grundlegend verändert werden. Das Machtverhältnis zwischen Vermögenden und Lohnabhängigen ist massiv: Mitbestimmung hängt von der Grösse des Vermögens ab, während Gewerkschaften auch im Baselland schwächeln, strotzen Arbeitgeber*innen- und Wirtschaftsverbände vor Geld und Einfluss und die kantonale Medienlandschaft ist von Vermögenden wie Peter Wanner abhängig. Die ungleiche Verteilung des Wohlstands und die Zunahme der Ungleichheit verschärfen dieses Machtverhältnis. Im Baselbiet besitzt das reichste 1% über die Hälfte des gesamten steuerbaren Vermögens.

Auch die Lohnschere klafft weit auseinander. Während sich Besitzer*innen von grossen Unternehmen riesige Dividenden ausschütten, verdienen die Mitarbeitenden, die die eigentliche Arbeit verrichten, meist kaum mehr als den Mindestlohn und haben wenig Mitspracherecht im Betrieb. Die finanzielle und entscheidende Macht ist so bei einigen wenigen konzentriert.

Gerade in Zeiten der überdurchschnittlichen Teuerung zeigt sich das Machtverhältnis besonders deutlich. Die Teuerung wird gänzlich zulasten der Lohnabhängigen abgefedert: Der bürgerliche Kanton hat bisher ungenügende Unterstützung der Lohnabhängigen beschlossen und Lohnverhandlungen in der Privatwirtschaft enden mit ungenügenden Teuerungsausgleichen, während (Über-)Gewinne von Firmen und der Vermögenszuwachs von Privatpersonen unbelastet bleibt.

Bildung als grundlegendste Ressource unserer Zukunft muss weiterhin gestärkt werden. Ausserdem müssen Bildungsinstitutionen von der Leistungs- und Wettbewerbslogik befreit werden. Es braucht Ausbildungsoffensiven in Branchen mit Fachkräftemangel, genauso wie eine massive Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Der Zusammenhang zwischen der Zunahme von psychischen Erkrankungen, wie Depressionen und Burnout, und dem zunehmenden Leistungs- und Wettbewerbsdruck muss politisch aufgegriffen werden. Es braucht dringend bessere Arbeitsbedingungen, um die psychische Belastung am Arbeitsplatz zu verkleinern. Symptome von psychischen Belastungen aufgrund der Arbeitsbedingungen müssen ernst genommen werden, damit frühzeitig geholfen werden kann.

Viele von diesen Problemen sind auf eine gemeinsame Wurzel zurückzuführen: Unser profitorientiertes Wirtschaftssystem, der Kapitalismus. Einige wenige beuten in der kapitalistischen Wirtschaft die 99% und die Natur aus, um ihre Profite maximieren zu können. Wir müssen weg von einer Profit- und Wettbewerbslogik, hin zu einer bedürfnisorientierten Wirtschaft. Hin zu einer Wirtschaft für die 99%!

Die JUSO BL fordert deshalb konkret:

  • Die Einführung eines kantonalen Mindestlohnes
  • Die Einführung eines kantonalen Care-Lohnes für Menschen, die privat Angehörige pflegen. Der Care-Lohn wird über eine Steuer auf Kapitaleinkommen finanziert.
  • Ausweitung der Demokratie auf die Arbeitswelt, sodass die Mitarbeiter*innen über die Entscheide ihrer Arbeitsstelle mitbestimmen können.
  • Stärkung von kleinen, demokratischen Genossenschaften aller Art
  • Einführung einer Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Lohn