Feminismus

Feminismus

Wir wollen die Anerkennung und Aufwertung von unbezahlter Care-Arbeit, sowie gleiche Löhne und Arbeitsbedingungen. Wir fordern mehr Anlaufstellen für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt, mehr finanzielle Mittel dafür und Täter*innenprävention. Wir kämpfen für einen Feminismus, der alle einschliesst: Für die Überwindung des Patriarchats!

Hier findest du unser Insta-Reel zum Thema Feminismus!

Unsere Forderungen im Detail

Bei der Gleichstellung der Geschlechter hat sich trotz vielen Fortschritten noch nicht genug getan. Wir leben immer noch in einer sexistischen, patriarchalen, queer- und frauenfeindlichen Welt. Das zeigt sich auch im Kanton Baselland.

Laut Statistik sind besonders Frauen von Armut betroffen, was auf drei Gründe zurückzuführen ist. Erstens verrichten sie den grössten Anteil an unbezahlter Care-Arbeit und können im Alter nicht von Pensionskassenbeiträgen profitieren. Zweitens sind Frauen häufiger in sozialen und somit schlecht bezahlten Berufen tätig wie in der Kinderbetreuung oder der Pflege. Dadurch sind sie auch stärker gefährdet, trotz Vollzeitjob zu verarmen. Am stärksten davon betroffen sind alleinerziehende Migrant*innen. Drittens herrscht in der ganzen Schweiz immer noch Lohnungleichheit. Ausserdem werden im Kanton Basel-Landschaft weder Kindertagesstätten subventioniert, noch gibt es eine Vermittlungsstelle, die über die freien Plätze Auskunft gibt.

Über die Armutssituation von nicht-binären Menschen gibt es keine Statistiken, weil es gesetzlich noch immer keinen Geschlechtseintrag ausserhalb von “männlich” oder “weiblich” gibt. Trans und nicht-binäre Personen können zusätzlich zu den genannten Tatsachen noch von Transfeindlichkeit in unserer Gesellschaft betroffen sein.

Abgesehen von ökonomischen Benachteiligungen sind FINTA*-Personen in unserer Gesellschaft auch Gewalt ausgesetzt, das geht von Catcalling bis hin zu Tötungsdelikten. In der Schweiz wird alle zwei Wochen eine Frau durch ihren Ehemann, Lebensgefährten, Ex-Partner, Bruder oder Sohn getötet. Jede Woche überlebt eine Frau einen versuchten Femizid. Nur schon im Jahr 2021 gab es im Kanton Baselland mehr als 300 Interventionen der Polizei wegen häuslicher Gewalt. Trotzdem werden nicht mehr Anlaufstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt geschaffen.

Genauso wichtig ist eine frühe Prävention, welche bereits im Sexualkundeunterricht in der Schule beginnt. Dieser wird im Kanton Baselland nicht von Expert*innen gehalten, sondern von den allgemeinen Lehrpersonen. Es braucht eine klare Änderung des Lehrplans in Punkto Sexualkundeunterricht.

Nicht nur FINTA*-Personen, sondern auch Männer leiden unter unserer patriarchalen Gesellschaft. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass Männer viel häufiger Gewalt gegen sich selbst und andere anwenden. Als Opfer und Täter treiben sie so eine Gewaltspirale voran, die unbedingt durchbrochen werden muss. Täter*innenprävention und ein guter Umgang mit Emotionen muss schon in den Schulen gefördert werden.

In unserem Fokus muss die Befreiung aller stehen, d.h. insbesondere auch die der Migrant*innen, Sans-Papiers, Sexarbeiter*innen und trans Personen. Denn Care-Arbeit darf nicht auf marginalisierte FINTA*s abgewälzt werden. Wir streben nach einer Welt mit sexueller Selbstbestimmung und einem einfachen Zugang zu therapeutischer Hilfe für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Deshalb kämpfen wir für einen intersektionalen Feminismus und die Überwindung des Patriarchats..

Die JUSO BL fordert deshalb konkret:

Um der Gewalt an FINTA*-Personen entgegenzusetzen:

  • Förderung der bestehenden Anlaufstellen für Betroffene von sexualisierter und häuslicher Gewalt, insbesondere höhere finanzielle Unterstützung
  • Täter*innenprävention an Schulen einführen

Um sexuelle Selbstbestimmung zu fördern:

  • Sexualkundeunterricht queerfeministisch gestalten, d.h. Aufklärung über Einwilligung, sexueller Orientierung, Gender und sexualisierter Gewalt einbeziehen
  • Sexualkundeunterricht soll anstelle von Klassenlehrpersonen von Expert*innen unterrichtet werden

Um der Aufwertung und Anerkennung von Care-Arbeit zu verhelfen:

  • Erbau einer Vermittlungsstelle, die über die freien Plätze in Tagesbetreuungs- einrichtungen für Kinder Auskunft gibt
  • Höhere Subventionierung von Kitas
  • Förderung staatlicher Kitas, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Löhne
  • Einführung eines Care-Lohns, finanziert über die höhere Besteuerung von leistungsfreiem Kapitaleinkommen