Geld arbeitet nicht, wir schon!

Blogbeitrag von Flavia Graber

 

Stellen Sie sich dieses Szenario vor: Jeden Morgen stehen Sie und Ihre Freund*innen früh
am Morgen auf, um Ihre selbst gepflückten Äpfel auf dem Markt zu verkaufen. Sie stehen
den ganzen Tag auf den Beinen und am Ende, wenn Sie langsam mit dem Zusammenräumen
beginnen und sich auf den Feierabend freuen, kommt ein reicher Mann vorbei und nimmt
einen erheblichen Teil des verdienten Geldes mit. Dies geschieht Tag ein Tag aus.
Ziemlich genau so passiert es auch in der Realität, einfach ohne die Äpfel. Viele arbeiten
während wenige vom Mehrwert profitieren, welchen die Arbeit generiert hat. In der
Schweiz ist es sogar schon so weit, dass 1% der Bevölkerung über 40% des
Gesamtvermögens verfügt.
Das würde natürlich aufgehen, wenn dieses eine Prozent unglaublich viel mehr arbeiten
würde, doch ein Tag ist für alle nur 24 Stunden lang.
In der Schweiz kann man praktisch nur zum reichsten Prozent gehören, wenn man geerbt
hat. Jedes Jahr wird etwa gleich viel vererbt wie der Bund einnimmt. Jedes Jahr werden
mehrere Millionen von Familie zu Familie weiter gegeben ohne, dass der Rest der
Bevölkerung davon etwas hat. Dieses Geld jedoch wurde nicht von einer Person erarbeitet,
sondern durch die harte Arbeit vieler Arbeiter*innen.
Wenn man zum reichsten Prozent der Bevölkerung gehört, passiert etwas Unglaubliches:
Das Geld beginnt sich fast schon von alleine zu vermehren, und zwar in so einem Ausmass,
dass diese eine Prozent alleine schon von diesem sogenannten Kapitaleinkommen leben
könnten! Dies geschieht durch Zinsen auf dem Bankkonto, Wertsteigerungen bei Immobilien
oder Dividenden.
Aber halt, wie kann Geld mehr Geld generieren? Beginnt Geld selber zu arbeiten? Nein!
Dieses neu generierte Geld wurde von unzähligen Arbeiter*innen verdient und landet auf
dem Bankkonto der Allerreichsten zum Beispiel in Form von Boni, Aktiengewinnen und
unverhältnismässig hohen Löhnen. Denn Geld arbeitet nicht, wir schon.
Die meisten realisieren ziemlich schnell, dass dies so nicht weiter gehen kann! Die Rechts-
Konservativen predigen jedoch schon lange ihre Idee, dass es der Bevölkerung nur gut
gehen kann, wenn die Reichen reich sind, denn dann fliesst ein Teil ihres Geldes an uns
weiter; den so genannten «Trickle Down Effect». Dies stimmt aber nicht. Dieser Effekt ist
und bleibt ein Mythos, er existiert nicht. Die Realität ist, dass die Reichen immer reicher
werden, während die Armen zahlreicher werden!
Wir dürfen das nicht länger hinnehmen und müssen das von uns, unseren Eltern, unseren
Grosseltern erarbeitete Geld gerecht an uns als Gesellschaft verteilen!
Die JUSO steht genau für diese Rückverteilung ein, beispielsweise mit der 99% Initiative.
Aber damit endlich eine gerechte Verteilungspolitik in der Schweiz in Gange tritt, muss es
am 20. Oktober einen Linksrutsch im Parlament geben!

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