Boden verstaatlichen!

Blogbeitrag von Ronja Jansen

 

Wir alle brauchen Boden zum überleben, genauso wie wir alle Luft, Nahrung und Wasser brauchen. Heute liegt die Macht über unsere wichtigste Lebensgrundlage mehrheitlich in den Händen von Privaten. Doch die Aufteilung der Welt in private Grundstücke ist willkürlich und ohne jegliche Legitimität. Niemand kann das Recht haben sich ein Stück der Welt anzueignen. Boden gehört uns allen.
Genauso absurd wie privater Bodenbesitz ist auch die Verteilung des Bodens über den Markt. Bei Boden versagen Angebot und Nachfrage. Boden lässt sich nicht vermehren, die gesamt verfügbare Fläche bleibt immer gleich. Gleichzeitig müssen wir alle Boden konsumieren, ob wir wollen oder nicht. Wir alle brauchen einen Ort zum Essen, Schlaffen und Leben.
Über Boden zu verfügen, bedeutet über Macht zu verfügen. Boden ist das ursprünglichste aller Produktionsmittel und die Grundlage aller natürlichen Ressourcen. Wer über die Verwendung des Bodens befinden kann, erhält damit die Möglichkeit zu entscheiden wie wir mit natürlichen Ressourcen umgehen, wie wir wohnen und wie wir wirtschaften.

Privater Bodenbesitz beschert den Besitzenden heute massive leistungsfreie Gewinne durch Mieteinnahmen. Jedes Jahr werden etwa 25 Milliarden Franken von Mieter*innen zu Immobilienbesitzer*innen umverteilt.
Privater Bodenbesitz verhindert zudem die demokratische Kontrolle über die Wirtschaft. In einer Demokratie müssen alle Menschen, die von einer Entscheidung betroffen sind, das Recht haben mitzubestimmen. Boden ist ein solcher Bereich.
Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Klimakatastrophe ist es höchste Zeit, dass wir die Kontrolle über Boden und natürliche Ressourcen zurückerobern. Wir werden die Klimakatastrophe nicht aufhalten können, solange sich die Wirtschaft und der Umgang mit Boden nur nach den Profiten des reichsten Prozents richten, statt nach den Bedürfnissen der gesamten Bevölkerung.
Wir brauchen deshalb eine Verstaatlichung des Bodens und einen demokratischen Umgang mit unserer wichtigsten Lebensgrundlage.

Eine Demokratisierung des Bodens und eine Abgabe im Baurecht würden massive Einnahmen für die öffentliche Hand bedeuten und allen Menschen das Mitbestimmungsrecht einräumen, dass ihnen zusteht. Davon würden insbesondere Frauen* profitieren, die heute weltweit nur ca. 2% des Bodens besitzen.
Eine Verstaatlichung des Bodens ist damit nicht nur eine klassenkämpferische Forderung, sondern auch ein wichtiger Schritt zu einer ökologischen und feministischen Welt.

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