JUSO bezieht Position im Ständeratswahlkampf

Die JUSO Baselland hat beide Ständeratskandidat*innen aus dem linken Lager, Eric Nussbaumer und Maya Graf, zu einem Hearing an ihre Mitgliederversammlung eingeladen und hat die Stimmfreigabe bezüglich der Frage nach der Unterstützung beschlossen.

Die Entscheidung fusst auf einem überlegten Abwägen zwischen der Forderung nach angemessener Repräsentation von Frauen in der politischen Landschaft und dem Anspruch an eine klare, linke Kraft im Ständerat, mit der die JUSO politische Utopien teilt.

Die Sichtbarkeit und Repräsentation der Geschlechter sind ein Ausdruck der heutigen Machtverhältnisse. Die Schweiz ist auch in dieser Hinsicht noch weit von Gleichstellung entfernt. Im Ständerat zeigt sich dies besonders deutlich: Mit nur 13% ist die Hälfte der Bevölkerung stark untervertreten in einem machtvollen Gremium. Dabei ist naheliegend, dass für das Ergebnis einer Debatte oder einer Abstimmung entscheidend ist, wer mitredet und wer mitbestimmt. Die Präsidentin Anna Holm (20) betont: «Die fehlende Vertretung von Frauen in Machtpositionen ist ein kleiner, aber einflussreicher Baustein in einer patriarchalen Gesellschaft. Angesichts dieser Umstände einen männlichen Kandidaten zu unterstützen, ist für die JUSO als feministische Bewegung kaum vertretbar.»

 

Die Rückverteilung des gesellschaftlichen Wohlstandes ist für die JUSO elementar. Mit der 99%-Initiative, der deutlichen Opposition zur nationalen STAF und zur kantonalen SV17 führt die JUSO einen konsequenten, linken Kurs. «Hinter jeder Haltung zu einem sachpolitischen Thema steht für die JUSO ein längerfristiges Ziel: Ein System, das sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet und nicht den Profiten einer Weniger dient.» stellt die Vize-Präsidentin Jasmine Bosshard (22) klar. Mit Maya Graf stellt sich eine erfahrene grüne Politikerin zur Wahl, deren umweltpolitisches Engagement in der JUSO auf grosse Bestätigung trifft. Bei der Positionierung zur Verteilungsgerechtigkeit durch die Vergesellschaftung der Produktionsgüter sind allerdings zu grosse Differenzen vorhanden, als dass die JUSO sich hinter die Kandidatur von Maya Graf stellen könnte. Der grundsätzliche Widerspruch zwischen dem auf Ausbeutung basierenden Kapitalismus und einer nachhaltigen Gesellschaft muss anerkannt werden. Der Beschluss zur Stimmfreigabe ergibt sich aus dem Abwägen zwischen einer geteilten inhaltlichen Utopie und dem Bedürfnis nach gerechter Repräsentation der Bevölkerung.

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