Wenn die Herkunft eine Straftat erklärt

Blogbeitrag von Laura Pippia

 

Ich sehe die Medien als ein grosses Problem im Umgang mit dem Thema Migration an. Die Berichterstattung über Straftaten, welche von Menschen mit Migrationshintergrund begangen wurden, fokussiert sich sehr schnell und intensiv auf nationalistische Aspekte. Sobald es um eine Person geht, welche aus dem eigenen Land stammt, also nicht immigriert und tendenziell weiss ist, wird die Herkunft nicht erwähnt und scheint nicht von Bedeutung zu sein. Das Ausmass der Tat scheint nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen. Dies sollte genau umgekehrt sein.

Alles fängt dabei an, welche Worte wir benutzen. Wieso ist es erst dann wichtig die Herkunft zu erwähnen, wenn die Person nicht aus dem jeweiligem Land stammt? Wenn eine immigrierte Person eine Straftat begeht, scheint es länger ein Mediales Thema zu sein, sobald die Herkunft erwähnt wird. Durch den Fokus auf das Fremde, werden differenzierte Aspekte, wie mögliche psychische Erkrankungen und soziokulturelle- sowie ökonomische Faktoren, ausgeblendet. Die Herkunft einer Person wird somit als ähnlich plausible Ursache für eine Straftat, wie z.B. eine psychische Erkrankung oder reine Boshaftigkeit dargestellt und wahrgenommen.

Diese Prozesse implizieren, dass es in anderen Länder oder Kulturen normal sei, jemanden zu verletzen, zu berauben etc. Bei einer Person aus dem eigenen Land hingegen, wird es “natürlich” als abnormal angesehen und wird direkt differenzierter begründet. Dies scheint für mich die bereits herrschenden negativen Stigmata über Menschen mit Migrationshintergrund zu verstärken.

So verbreitet sich diese Ansicht unbewusst, was ich als sehr problematisch wahrnehme. Deshalb ist es mir ein grosses Anliegen, dass wir als Menschen bewusster über die genannten Aspekte nachdenken, wenn wir solche Nachrichten lesen und mit Mitmenschen darüber reden und reflektieren.

Wir als JUSO setzen uns für eine freie und vielfältige Gesellschaft ein. Die beschriebene Art der Berichterstattung steht uns dabei im Weg. Mit meiner Kandidatur möchte ich mein Umfeld unter Anderem für dieses Thema sensibilisieren, damit dies nicht mehr der Fall ist.

Wählt die JUSO am 20. Oktober in den Nationalrat, damit wir endlich gemeinsam ändern können, was uns stört.

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