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Mit halbvollem Glas zum Erfolg

Blog von Nationalratskandidatin Mira Gemperle aus Münchenstein

„Unter Politik verstehen wir den Begriff der Kunst, die Führung menschlicher Gruppen  zu ordnen und zu vollziehen“ – A. Bergstraesser

Diese ist nur eine von vielen Definitionen des Wortes Politik, doch zeigt sie die Kernaufgaben dieses Bereichs sehr treffend auf. Politik soll unseren Alltag und vor allem unser Zusammenleben regeln, wobei der Mensch im Zentrum steht. Da aber nicht jeder die gleichen Ansichten hat, finden sich ähnlich- und gleichdenkende Menschen in verschiedenen Parteien zusammen.

Auf den ersten Blick könnte man also behaupten, dass die übereinstimmenden Meinungen zu den jeweiligen Themen das verbindende Element einer Partei seien. Auf den zweiten Blick jedoch muss diese Annahme teilweise widerlegt werden, denn unsere gemeinsamen Ansichten haben einen viel tieferen Ursprung: Die Emotionen. Sie sind es, die unsere Meinungen beeinflussen und den wirklich gemeinsamen Kern einer Partei ausmachen. Fällt jemand Entscheidungen aus Vertrauen oder Misstrauen, aus Freude oder Sorge, aus Mut oder Angst?

Wir tragen alle nicht nur positive, sondern auch negative Emotionen in uns, der Unterschied zwischen den verschiedenen Menschen besteht jedoch darin, welchen Emotionen sie mehr Raum geben, sich zu entfalten. Die Angst vor Veränderung ist ein gutes Beispiel für diesen Einstellungskonflikt: Fürchten wir uns vor ihr oder überwiegt am Ende doch der Mut für das neue Unbekannte? Jeder hat nämlich im Grunde Angst vor Veränderung, denn diese wird oft mit etwas Negativem, wie möglichem Verlust, assoziiert. Findet eine Veränderung dann aber wirklich statt, bricht dabei meistens nicht die Welt zusammen, im Gegenteil. Neue Dinge können entstehen und unser Leben bereichern, auf Arten und Weisen, die wir vorhin vielleicht noch nicht einmal für möglich gehalten haben.

Wenn wir uns also von Parteien beeinflussen lassen, die Misstrauen, Sorge und Angst mehr Raum geben als Vertrauen, Freude und Mut, dann verpassen wir vor lauter Bedenken um die negativen Folgen auch alles Positive, das die Veränderung mit sich bringt.

Veränderung ist im Grunde nämlich etwas völlig Natürliches, sie ist sozusagen unsere einzig wahre Konstante, denn in jeder Sekunde verändert sich die Welt. So etwas wie Stillstand gibt es nicht und noch weniger macht es Sinn, an diesem festzuhalten und mit Angstmacherei die Menschen daran zu hindern, sich zu verändern – die Welt zu verändern.

Bürgerinnen und Bürger, Wählerinnen und Wähler, Parteimitglieder, es wird Zeit, dass wir uns nicht mehr von all diesen hetzerischen Angstmachereien führen lassen, sie schmälern unsere Blicke, eichen uns auf eine starre Richtung und lassen uns am Ende meistens gegen eine Wand laufen. Wir sollten uns stattdessen auf ein positives, gemeinsames Ziel konzentrieren, damit Diskussionen künftig sachlich und nicht als emotionale Schlammschlachten geführt werden können.

Denn aus Manipulation und Engstirnigkeit, Diskriminierung und Rückschritt entsteht kein stabiles Fundament für unser Land. Auf Ehrlichkeit, Offenheit, Toleranz und Fortschritt können wir jedoch aufbauen und unsere Politik zu einer visionären und vorbildlichen Kunst werden lassen, ohne Platz für Ängste, sondern mit Mut zur Veränderung in der Gegenwart.

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