Pick it up or pay it out

Blogeintrag auf unserer Wahlkampfwebseite von Julia Baumgartner vom 14.01.2015

Im März kommt neben der nationalen auch die kantonale Initiative der CVP zur Abstimmung. Damit wollen sie gegen Littering vorgehen. Aber ich muss zugeben, dass ich, als ich den Namen der Initiative zum ersten Mal hörte, ziemlich lachen musste. „Vo Schönebuech bis suuber“. Da war jemand besonders originell. Man nehme das Baselbieterlied, welches man dank der Fusionsdebatte nicht mehr hören kann, und versuche, irgendwo noch das politische Ziel einzubauen. Dies ist ihnen gelungen. Mehr schlecht als recht.

Die Initiative möchte,plakat_juso16 dass Gemeindeangestellte und Security-Angestellte die Befugnis haben, Bussen auszuteilen.

Mit Hilfe von Strafzetteln will die CVP also dafür sorgen, dass ein Umdenken in den Köpfen der Baselbieterinnen und Baselbieter stattfindet. Ein Problem existierte bei Einführung dieser Regelung aber: Die Gemeinde- und Sicherheitsangestellten dürfen die Daten der „Übeltäter“ nicht aufnehmen, müssen also auf die Zahlfreudigkeit der Leute hoffen.

Ja, wir müssen etwas gegen Littering tun, das ist ganz klar. Aber bringt Bestrafung als Erziehungsmassnahme etwas? Wollen wir wirklich nach dem Slogan „Pick it up or pay it out“ agieren? Sollen wir nicht lieber aufklärende Kampagnen durchführen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren? In modernen Erziehungsschriften ist man sich einig, dass die Methode „Strafe zur Verhaltensänderung“ nicht wirklich zu positiver Veränderung beiträgt, denn Bestrafung beseitigt nicht ein unerwünschtes Verhalten, sondern unterdrückt es nur und verzögert es ein wenig; früher oder später wird das Verhalten aber wieder auftauchen.

Ich bin dafür, dass wir einen anderen Weg im Kampf gegen Littering einschlagen. Einen anderen als diese Initiative. Denn es braucht nicht zwingend solch restriktive Massnahmen. Erfahrungsberichten anderer Kantone zufolge bewirken Kampagnen viel mehr als strenge Kontrolle. Warum also unseren Gemeinde- und Sicherheitsleuten unangenehme Situationen aufbürden? Viel eher sollen wir eine kreative Kampagne starten, welche alle wachrüttelt und zum umweltbewussten Handeln motiviert.

Julia Baumgartner, Landratskandidatin, Füllinsdorf, Wahlkreis Pratteln

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