Ungleichheiten in der Luft und auf Schienen

Blogeintrag auf unserer Wahlkampfwebseite vonNicolas Chapuis vom 02.01.2015

Wir alle kennen den Unterschied zwischen Economy, Business und First Class auf Flügen. Auch ist uns allen bewusst, dass es zwei Klassen in Zügen gibt. Die Minderheit, nehme ich jetzt an, hatte mal die Gelegenheit in Business, First oder 1. Klasse zu fliegen bzw. zu fahren. Um es vorweg zu nehmen, ich konnte schon die Business oder die 1. Klasse „geniessen“. Weshalb habe ich das Wort geniessen in Anführungs- und Schlusszeichen gesetzt? Als begeisterter Reisender bin ich aber gegen Klassen bei Transportmittel.plakat_juso

Warum sollte eine kleine Anzahl von privilegierten Passagiere einen 12-Stunden-Flug von Zürich nach Los Angeles gemütlich auf einem Flat-Bett verbringen dürfen, während die grosse Mehrheit wie in einer Sardinenbüchse eng beieinander versucht einige Stunden, wenn es geht, zu schlafen? Braucht es eine 1. Klasse auf Regionalzügen zwischen Laufen und Olten? Dass es eine 1. Klasse auf der Strecke Basel-Zürich gibt, wird oft damit begründet, dass viele Pendler die Ruhe benötigen um ungestört zu arbeiten. Kann ich noch verstehen. Aber wieso schafft man nicht einfach mehr Ruhe-Abteile, wo die Benützung von Handys und das Sprechen verboten sind. So könnte man eine reine 2.Klasse-Zugkombination fahren lassen und so würden mehr Sitzmöglichkeiten entstehen.

Das gleiche für Flugzeuge: ich bin der Meinung man sollte die Flugzeuge mehrheitlich, wenn nicht ganz, als Economy-Flüge ausstatten und vielleicht 10 Business-Sitze für Vielflieger anbieten. So könnten die Airlines mehr Sitzabstand gewähren.

Klar gehen diese Gedanken gegen das Prinzip der freien Konsumwahl der Kunden. In unserer heutigen Zeit haben viele, längst nicht alle und sehr oft je nach Grösse des Portemonnaies, die Qual der Wahl beim Kauf eines Produktes. Flugtickets und Bahnkarten inklusive. Aber zeigt diese Unterteilung in Flugzeugen und Zügen nicht die heutige Ungleichheit in Einkommen, sozialer Schicht, Vermögen oder Status? Dieser Blogeintrag ist keinesfalls einen Vorwurf gegen die Transportfirmen, sie wiederspiegeln nur das kapitalistische System in dem wir leben.

Fazit: ich bin für die Abschaffung von Klassen in Fortbewegungsmittel, jedoch für die Schaffung von Ruhe-Abteilen oder einzelne Vielflieger-Sitze.

Nicolas Chapius, Landratswahlen, Allschwil, Wahlkreis Allschwil

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