Wiedemann steht auf dem Schlauch

Medienmitteilung der JUSO Baselland vom 31. Dezember 2014

Die JUSO Baselland ist schockiert über die Unterstützung Jürg Wiedemanns („Starke Schule Baselland“) für die rechtskonservative Regierungsratskandidatin Monika Gschwind. Mit seinem Verhalten schadet der grüne Landrat nicht nur den Lehrerinnen und Lehrern, sondern auch der Bildung als Ganzes. Die JUSO Baselland bekennt sich zu den wichtigen und nötigen Reformschritten HarmoS und Lehrplan 21 und verlangt dabei nach fairen Arbeitsbedingungen für die Lehrpersonen, die die Reform tragen und umsetzen.

 1A629A22-F286-C391-30D152AEA8CDB111Am 29. Dezember gaben Jürg Wiedemann und sein Komitee „Starke Schule Baselland“ die Unterstützung für Monika Gschwind im Regierungswahlkampf bekannt. Neben Wiedemanns Profilierung und der Aufmerksamkeit fürs Komitee sind die Ankündigungen vor allem heisse Luft. Dass mit der FDP-Sparliebhaberin Gschwind das Bildungssystem gerettet werden könnte, glaubt nicht einmal Wiedemann selbst. Zu gut erinnern wir uns noch an ihren Einsatz für die Sparmassnahmen bei der Bildung. Wie die Qualität der Bildung mit weniger Mitteln gesichert, geschweige denn ausgebaut werden kann, bleibt ein Rätsel.

Aber auch für die Interessen und den Ruf der Lehrerinnen und Lehrer ist Wiedemanns undifferenziertes Vorpreschen verheerend. Sein Verhalten nährt negative Vorurteile von trägen und reformunwilligen oder unfähigen Staatsangestellten. Damit wird das Vertrauen der Bevölkerung in das Bildungssystem geschwächt und Tür und Tor für neue Kürzungsversuche bei der Bildung geöffnet. Auch dies wäre schlimm für die Baselbieter Schulen.

Nicht zuletzt verkennt Wiedemann auch den Kontext, in welchem die Bildungsreformen heute stehen. HarmoS befindet sich mitten in der Umsetzung und wurde vom Volk mehrfach als der richtige Weg befunden. Mit dem Lehrplan 21 werden die Bildungsinhalte an neue Möglichkeiten angepasst. So soll den Schülerinnen und Schülern vermehrt beigebracht werden, wie Informationen beschafft und verarbeitet werden. In einer Zeit, in welcher Unmengen von (Fehl-)informationen in Sekundenschnelle abgerufen werden können, ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, wie damit umzugehen ist. Diese Kompetenzorientierung fördert die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler. Diese Reformen zu bekämpfen bedeutet auf dem halben Weg umzukehren und zurück zu einem Bildungssystem des letzten Jahrhunderts zu gehen.

Obwohl die JUSO Baselland vollständig hinter HarmoS und Lehrplan 21 steht, erkennen wir die grossen Herausforderungen, die für die Lehrpersonen damit verbunden sind. JUSO-Co-Präsidentin Samira Marti findet: „Statt wie Wiedemann das Kind mit dem Bad auszuschütten, möchten wir die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer ins Boot holen. Es darf nicht sein, dass wir eine solch grosse Reform auf Kosten der Betroffenen umsetzen. Mit Gschwind wird aber genau das passieren. Gemeinsam mit den involvierten Lehrerinnen und Lehrern können wir aus HarmoS und Lehrplan 21 eine Erfolgsstory machen.“ JUSO-Vorstandsmitglied Joël Bühler ergänzt: „Nur mit der nötigen Ruhe und genügend finanziellen Mitteln kann dieser wichtige Fortschritt erzielt werden.“

Übrigens sollte Wiedemann darüber informiert werden, dass am 8. Februar nicht ein Bildungsdirektor oder eine Bildungsdirektorin gewählt wird. Es geht um eine Gesamterneuerungswahl der Regierung und die Direktionsverteilung kann noch nicht vorausgesehen werden. Diese wird nach dem 8. Februar von der Baselbieter Regierung gemeinsam ausgehandelt.

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